Wenn wir jemanden fesseln, übernehmen wir eine Menge Verantwortung - nicht nur für sauber gefesselte Seillagen, sondern auch für die Sicherheit des Gefesselten. Die Basis für sinnliche und erfüllende Bondagesessions sind vor allem Vertrauen, gegenseitiger Respekt und die Wahrung der körperlichen und emotionalen Grenzen.
Die folgenden 10 Regeln sollen dir etwas Orientierung geben - sie gehören zu allgemein bekannten Verhaltensregeln in der Shibari- und BDSM-Szene.
- Damit wir eine Person fesseln dürfen, brauchen wir ihre klare Zustimmung - wir dürfen niemanden dazu überreden sich fesseln zu lassen.
- Wir lassen die gefesselte Person niemals allein. Auch wenn das vermeintlich lustig oder Teil vom Spiel sein soll- wir bleiben immer in der unmittelbaren Nähe der von uns gefesselten Person.
- Wenn die gefesselte Person befreit werden möchte, muss dies unverzüglich geschehen. Es gibt hier keine Grundlage zur Diskussion (“Wieso, du wolltest das doch!”) und auch kein “Na dann versuch es doch selber”.
- Wir fesseln nichts, was wir nicht verstehen und damit nicht verantworten können. Das heißt, dass wir nicht einfach irgendwas drauf los fesseln ohne Sinn und Verstand - schon gar keine Hängungen.
- Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen sowie bei Müdigkeit und Konzentrationsproblemen dürfen wir niemanden mehr fesseln.
- Wir fesseln niemals ohne Notschneidewerkzeug.
- Wir achten immer darauf, dass das Modell nach Möglichkeit beim Fesseln oder im gefesselten Zustand nicht frei steht. Es besteht eine erhöhte Sturzgefahr und die Person kann sich dann nicht mehr selbstständig abfangen.
- Seil kann Verbrennungen verursachen, wenn es zu schnell über die Haut gezogen wird. Daher fesseln wir immer achtsam und kontrollieren das Seil in der Bewegung.
- Wir schnüren einzelne Gliedmaßen niemals 360 Grad ab. Zwei Gliedmaßen zusammen dürfen wir eher eng fesseln - nur niemals ein Arm oder ein Bein alleine. Ein Blutstau und ggf. Nervenverletzungen könnten sonst die Folgen sein.
- Das Model hat die Pflicht zu kommunizieren und mitzuteilen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.