Blogartikel

  • Standard
  • Titel
  • Datum
  • Zufällig

Wie man fesseln lernt

02. Oktober 2021

Eine Anleitung für Bondage-Beginner

 
“Ja, ist doch klar!”, wirst du jetzt vielleicht denken. “Man nimmt das Seil und fesselt irgendein Tutorial nach”. Vielleicht denkst du aber auch: “Na, da buche ich mir den ein oder anderen Workshop” oder “Ich kaufe mir ein Buch zum Thema.”  Und all das sind tatsächlich nützliche Hilfsmittel auf deinem Weg, gut Fesseln zu lernen. Aber mit Workshop, Buch und Tutorial allein wirst du nicht sehr weit kommen. In diesem Artikel habe ich nützliche Tipps für dich zusammengefasst, wie du effektiver, gehirngerechter und schnellerer als je zuvor an dein Ziel kommst!

 

Tipp Nr. 1: Definiere dein Ziel - erhöhe deine Motivation 

Mal angenommen, du möchtest richtig Kochen lernen. Jetzt kannst du dir ein Kochtutorial bei Youtube anschauen und das Rezept nachkochen. Du kannst dir auch ein Kochbuch kaufen oder einen Kurs “Kartoffelgerichte, die begeistern” buchen. Das alles wird deine Kochkünste definitiv schulen und verbessern. Aber wann hast du dein Ziel genau erreicht? Was brauchst du überhaupt alles dafür? Was genau musst du tun, um richtig gut kochen zu können?

Möchtest du einfach nur schnell ein leckeres Gericht zaubern können oder soll es zu Weihnachten ein 3-Gänge-Menü mit Rhabarber-Soufflet und Schaumkroketten geben? Möchtest du nur ein paar coole Hacks, Tipps und Tricks verstehen, damit du Freunde bekochen kannst oder fehlt dir einfach ein Hobby für den Zeitvertreib?

Ganz genauso ist es auch mit dem Fesseln. Du kannst mit Seil und Körper so unendlich viel machen - vom einfachen Festbinden bis hin zur Kunstform und Bühnensport ist alles drin. Natürlich kannst du noch nicht alles kennen, was möglich ist. Aber du wirst bereits jetzt ein paar Bilder und Situationen im Kopf haben, die du gerne erzeugen oder erleben möchtest - sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen. Vielleicht hast du aber auch ein paar Wünsche, die dein*e Partner*in geäußert hat, im Sinn. Und genau diese Bilder, Gefühle und Wünsche sind wichtige Indizien dafür, wo es für dich lang gehen kann oder wo es dich hinziehen wird.

 

Hier können dir für den Anfang folgende Fragen bei der Orientierung helfen:

  • Welche Fesselungen / Figuren möchte ich gerne fesseln können? 
  • Was für ein Ziel sollen meine Fesselungen verfolgen? Es kann nämlich einen riesigen Unterschied machen, ob du lediglich deine*n Partner*in sicher am Bettrahmen fixieren willst oder eine komplexe Hängung durchführen können möchtest. 
  • Was möchte ich beim Fesseln fühlen/erleben? Hast du vielleicht schon eine bestimmte Situation im Kopf?
  • Was soll / darf mein*e Fesselpartner*in dabei fühlen/erleben?
  • Wozu möchte ich Fesseln können? Welchen Vorteil hat das für mich und meine*n Fesselpartner*in?

Es kann dir helfen, eine kleine Bilddatenbank auf deinem Handy anzulegen, wo du Bilder von Fesselungen sammelst, die etwas in dir auslösen. Also z.B. weil sie besonders ästhetisch sind, weil du die Fesselung praktisch oder faszinierend findest oder weil du glaubst, dass diese Figur deiner*m Partner*in sehr gut gefallen könnte. Sprich: Fesselungen, die du gerne können möchtest.

Damit erhöhst du deine Motivation und richtest auch dein Unterbewusstsein auf dein Ziel aus. Es wird dir viel leichter fallen, das Fesseln zu lernen, weil es viel deutlicher wird, welche konkreten Fesselungen, Übungen, Workshops, Trainer*innen, Stile oder Inhalte du nicht brauchst und welche dich genau dorthin führen, wo du hin möchtest. Am Ende geht es ja auch ganz einfach darum, das zu finden, was dir Spaß macht.

 

Optimalerweise hast du ein klares Bild vor Augen, welche Situation du gerne erleben möchtest.

 

Aus dem Training: Ich habe immer wieder Schüler*innen bei mir, die zwar gerne ein paar Grundlagen lernen möchten, aber für komplexere Fesselungen wenig Interesse aufbringen. Ihnen geht es primär um pragmatische Fesselungen, die in kürzester Zeit gemacht werden können. Alles, was darüber hinausgeht, ist dann weniger interessant. Die Motivation dieser Schüler*innen für komplexere Fesselungen lässt nach, weil sie nicht dem Zielbild entsprechen, bzw. zu viel Aufwand für wenig -vorgestellten- Nutzen in der imaginierten Situation bieten. 

Es ist also sehr wichtig, dass deine Motivation auf ein für dich attraktives oder interessantes Ziel ausgerichtet ist. Eine hohe Motivation auf ein langweiliges Ziel wird genauso unbefriedigende Ergebnisse liefern, wie eine geringe Motivation bei einem zu hoch gesteckten Ziel. 

 

Tipp Nr. 2: Schenke dir Zeit

Eine Wahrheit, die dir vielleicht nicht gefallen wird, ist, dass das professionelle Shibari/ Kinbaku - also das Fesseln auf einem hohen Niveau - durchaus Zeit braucht, bis es zufriedenstellende Ergebnisse auf beiden Seiten des Seils liefert. Der Grund ist nicht, dass es so unglaublich schwer und anspruchsvoll ist, jemanden zu fesseln, oder du dafür unendlich viel Wissen haben solltest. Nein, die Gründe liegen in den meisten Fällen an zwei Dingen: 

  1. Fesseln fordert vom Gehirn echt viel. Verschiedene Gehirnareale müssen zuerst aufgebaut und dann miteinander koordiniert arbeiten.
  2. Die meisten von uns haben zuvor noch nie in ihrem Leben etwas mit Seilen, Schnüren oder Fäden gemacht. Sprich: Für das Gehirn ist Fesseln besonders am Anfang mega anstrengend.

Ein Beispiel: Mal angenommen, du würdest jetzt mit einem Jurastudium beginnen. Dann hast du davor Lesen und Schreiben gelernt, du weißt, wie man zuhört und sich Notizen in einer Vorlesung macht, wie man ein Buch aufschlägt und den gewünschten Inhalt findet. Du hast vorher auch schon mal was von Gesetzen gehört und ggf. eine grobe Vorstellung davon, wie das Rechtssystem in Deutschland funktioniert.

Lernst du nun professionelles Fesseln und hattest davor - wie die meisten von uns - noch nie was mit Seilen und Fäden gemacht, dann ist das für dein Gehirn in ungefähr so, als würdest du in der ersten Jura Vorlesung sitzen und müsstest erstmal Lesen & Schreiben lernen und herausfinden, wie man ein Buch richtig herum hält und darin blättert. Du müsstest dir eine Technik aneignen, um dir das Gehörte merken zu können und du wärst sicher das ein oder andere Mal ausgesprochen frustriert...

 

Wenn wir das Fesseln erlernen, dann muss unser Gehirn multitaskingfähig und hellwach alles mögliche gleichzeitig tun. Dazu gehört u.a.:

  • Kontrolle der Körperhaltung: Wo stehe ich im Raum und wie bewege ich meine Arme?
  • Feinmotorik der Hände und Finger
  • das Vorstellen dessen, was man fesseln möchte
  • Abruf von Erinnerungen bereits gesehener oder gemerkter Fesselungen
  • der soziale Kontakt mit dem*der Fesselpartner*in, ggf. noch ein Gespräch
  • der Abruf von Fakten und zuvor aufgenommenen technischen Informationen (“Ah, warte - Gliedmaßen soll man nicht abschnüren, also gehe ich lieber jetzt anders herum mit dem Seil.”)
  • das vorausschauend-planende Handeln und Kalkulieren von Risiken
  • Ggf. kommt dann noch eine emotionale Komponente hinzu, weil Freude aufkommt oder Emotionen erzeugt und getriggert werden.
  • Ggf. gibt es auch eine ästhetische Komponente, also z.B. die Einschätzung und Bewertung der Fesselung nach ästhetisch-künstlerischen Gesichtspunkten
  • uvm…

 

Beim Fesseln nutzt du am Anfang wahrscheinlich vermehrt deine linke Gehirnhälfte, die eher für technisch-planerisches Vorgehen und Logik verantwortlich ist. Schreitest du dann weiter fort und die Techniken gehen ins Muskelgedächtnis über, so wirst du bald in der Lage sein, intensive Flow-Momente beim Fesseln zu erleben.

 

Es wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet und die Fesselungen gehen “leicht von der Hand” oder “fesseln sich wie von selbst”.

 

Vielleicht hast du bei der obigen Aufzählung schon ein Gespür dafür bekommen, dass Fesseln lernen nicht verglichen werden kann mit Dingen wie Jonglieren (kriegt man an einem Nachmittag in einfacher Form bereits gut hin), Knöpfe annähen, Zöpfe flechten oder Rollschuhfahren.

 

Die gute Nachricht ist aber: Unser Gehirn liebt es, zu lernen und belohnt uns mit Glücksgefühlen, wenn wir etwas verstanden haben.

 

Diese sog. Neuroplastizität (also unsere Fähigkeit, permanent dazulernen zu können) braucht aber ein positives Lernumfeld. Sprich: eine hohe Motivation (“Ich hab richtig Bock drauf!”) und ein entspanntes Lernklima (also das Gegenteil von Stress und Zeitdruck).

Daher lautet mein Fessellerntipp Nr. 2 für dich: Gib dir - und damit deinem Gehirn - Zeit. Gerade das Fesseln auf hohem Niveau, die Hängungen oder das Flow-Erleben beim Fesseln, wo die Seile wie von selbst durch deine Finger gleiten, wird sich in der Regel nicht nach zwei Wochen Training einstellen. Die meisten mir bekannten Fessler*innen brauchten dafür um die 2 Jahre.

Das gilt natürlich nicht, wenn dein Ziel in kleineren Fixierungen der Handgelenke oder einer einfachen Beinfesselung besteht - diese lassen sich auch in weit kürzerer Zeit meistern. 

 

Tipp Nr. 3: Gehirn Hacking - Mentaltraining

 

Ich hatte ja gerade erwähnt, dass wir diese komplexe Gehirnfunktion, die wir zum Fesseln brauchen, generell durch den Umgang mit Seilen, Fäden und Schnüren allgemein im Vorfeld trainieren können.

Aus der Praxis: Ich beobachte immer wieder, dass Menschen, die in ihrer Freizeit viel mit Seilen und Schnüren zu tun haben - und das sind echt wenige - das Fesseln in viel kürzerer Zeit erlernen, die gezeigten Techniken viel schneller umsetzen und sich sogar besser merken können. Schüler*innen, die z.b. viel gestrickt oder gehäkelt haben, sowie Menschen mit echtem Knotenwissen (ist selten, gibt es aber tatsächlich als fesselfreies Hobby!) oder langjähriger Segelerfahrung (viele Leinen), lernen schneller als jene, die in ihrem Leben maximal Schnürsenkel in der Hand gehalten haben.

Andersherum bedeutet das für dich: Du kannst dein Gehirn für das Fesseln zusätzlich fit machen und ihm beim Lernen helfen, indem du dich einfach irgendwie mit Seilen, Knoten und Schnüren beschäftigst. Ein paar Vorschläge:

  • Geschenke kunstvoll mit Geschenkband oder Schnur einknoten
  • Die Deko-Fesselungen und Kunstknoten aus den Büchern von Two Knotty Boys nachfesseln. Das ist Western Style und mehr Deko-Bondage, aber für unser Gehirn ist das Gold wert! 
  • Häkeln, Flechten, Makramee oder Stricken lernen
  • Fadenspiele (engl. Cats Craddle) mit Buch üben
  • Stühle, Blumentöpfe oder Steine an Seilen aufhängen...irgendwie 

 

Nun sind diese Vorschläge vielleicht nicht für jeden gleichermaßen interessant - und das kann ich auch verstehen. Ein anderer Hack, um dem Gehirn das Fesseln beizubringen, besteht in dem “Trick” der Regelmäßigkeit.

Unser Gehirn baut nur Nervenautobahnen und verknüpft verschiedene Nervenzellen und neuronale Netzwerke miteinander, wenn wirklich eine Notwendigkeit besteht und das auch auf Dauer gebraucht wird. Zu den Punkten: Hohe Motivation/Spaß als “Neuronendünger” und der Abwesenheit von Stress und Zeitdruck kommt also noch die Komponente Regelmäßigkeit und Wiederholung hinzu. Nur dann kann das Gehirn schnell große Mengen an Wissen verarbeiten und speichern, wenn eine Relevanz vorliegt. Relevanz kommt auch durch Regelmäßigkeit, also ungefähr so: “Jetzt brauche ich das Wissen XY schon wieder? Na, dann baue ich mal besser eine (neuronale) Schnellstraße.”

Wenn wir dann aufgrund von Leben, Beruf, Alltag und solchen Dingen nicht dazu kommen, alle paar Tage die Seile aus dem Sack zu holen, dann wird es uns mit jedem weiteren fesselfreien Tag immer etwas schwerer fallen. Mein Hack besteht daher im Triggern und Hochhalten der Relevanz durch drei Techniken: 

  • Schau dir immer wieder Fesselperformances an, blättere in Büchern, lass Tutorials und Videos ablaufen. Du musst dabei nicht alles verstehen oder nachfesseln. Schau es dir einfach nur mit einem positiven und neugierigen Mindset an. So entsteht eine Zukunftsvision, die Motivation bleibt hoch und die neuronalen Netzwerke für das Fessen geraten nicht ganz in Vergessenheit. Zudem nimmst du unterbewusst Bewegungsmuster auf oder speicherst dir die ein oder andere Nebeninformation.
  • Eine sehr effektive Methode ist auch das mentale Fesseltraining mit geschlossenen Augen: Versuche einmal, einen Futomomo, einen Single Column Tie oder was auch immer du das letzte Mal gelernt hast, in Gedanken nachzufesseln. Vielleicht kannst du dir alles visuell vorstellen, vielleicht aber kannst du es logisch-technisch nachkonstruieren. Diese Methode kommt in ihren Grundzügen aus dem Kampfsport und wird auch im Leistungssport angewendet.

  • Willst du dein bereits vorhandenes Fesselwissen vertiefen, dann kann es auch hilfreich sein, wenn du so tust, als ob du jeden Schritt einer imaginären Person erklären würdest. Auf diese Art und Weise gelangt das Wissen in andere Gehirnbereiche, vertieft sich und es ergeben sich ggf. auch neue Fragen, die dein Wissen erweitern werden. 

 

Tipp Nr. 4: Fehler sind Goldstaub!

 

Einer der wichtigsten Tipps überhaupt ist, dass du Fehler machen musst, um zu lernen.

 

Sei dankbar für alles, was falsch läuft und nicht funktioniert hat - es lehrt dich so viel mehr als dass, was gut gelaufen ist.

 

Damit du in einem positiven Lernklima deine Fesselsklills ausbauen kannst, empfehle ich dir, immer die Trainingssessions von den Praxissessions (also der praktischen Anwendung, z.B. einer BDSM Session oder Fesseln für Sex, etc.) zu trennen. In der Trainingssession kannst du alles in einem sicheren Umfeld ausprobieren - das Feedback deines*r Fesselpartners*in kann dann sehr helfen, die Fesselung zu perfektionieren und anzupassen. In der Praxissession hingegen kannst du das gelernte Wissen spielerisch anwenden und für seinen jeweiligen Zweck zum Einsatz bringen.

Diese Trennung von Trainings- und Anwendungssession kann dir Ruhe geben und die klare Erlaubnis, Dinge auszutesten - ohne bei Fehlern dann gleich eine besondere erotische Stimmung ruiniert zu haben. 

[Wenn ich von "Fehlern beim Fesseln" spreche, meine ich übrigens nicht, dass du dein Modell in unnötige Gefahr bringst. Ich gehe davon aus, dass du entsprechend deiner Fähigkeiten dich langsam vortastest, Trainings nimmst und vorausschauend und verantwortungsbewusst arbeitest. "Normale" Anfängerfehler beim Fesseln sind z.B. Technikfehler, zu enge oder zu lockere Seile, rutschende oder sich verziehende Fesselungen, etc.]

 

Tipp Nr. 5: Wiederholung 

 

Und am Ende ist es so, wie mit allem, was wirklich Spaß macht:

 

Wiederholung und üben, üben, üben!Nur so wird unser sperriges Rumgetüddel zum hingebungsvollen Flow und unser rutschender Gote zu einer Lieblingsfesselung.

 

Das mit dem Üben kann dir keiner abnehmen, aber ein*e gute*r Trainer*in kann dir enorm viel Zeit sparen, dich vor eingeschlichenen Fehlern bewahren und dazu beitragen, dass du auf dem richtigen Weg zu dem bist, was du können und sein willst. Und alles, was du an wahnsinnig eindrucksvollen Performances in dem Bereich gesehen hast, kam von vielen wunden Fesselfingern und unzähligen Stunden am Seil, Korrekturen und Versuchen, Fehlversuchen, neuen Versuchen und der dauernden Wiederholung dessen, was funktioniert. Nur so können die Bewegungen rund werden und die Abläufe ins Muskelgedächtnis überfließen. Nur so bekommst du Selbstbewusstsein beim Fesseln und es wird dir immer mehr Freude machen, wenn alles wie von alleine von der Hand geht und du dich immer mehr auf dein Modell, die Energie, die Stimmung, vielleicht eine Intention oder eure Verbindung zueinander konzentrieren kannst.

Das großartigste an der Sache ist aber:

 

Hast du dir einmal ein gutes Grundlagenverständnis erarbeitet und hat dein Gehirn einmal ein gutes Wissens- und Fähigkeitennetz aufgebaut, bleibt neues Wissen förmlich von alleine dran kleben - du saugst neue Fesselungen nur so auf und es kostet dich keinerlei Mühe mehr, Techniken zu integrieren. 

 

Unser Üben ist nicht wie in der Schule. Es ist weder eintönig noch langweilig, sondern jedes Mal ein besonderes und einzigartiges Erlebnis. Leidenschaft eben....

Drucken

Vermeide diese 10 Anfängerfehler beim Fesseln

27. Juli 2021

Die meisten Fessler*innen machen zu Beginn gerne ein paar der folgenden Anfängerfehler mit dem Seil. Ich zeige dir schon vorher, wie du jede Menge Zeit und Nerven sparst!

 

Fehler Nr. 1: Das falsche Seil

Die Wahl des richtigen Seils kann erhebliche Auswirkungen auf den Erfolg deiner Fesselsession haben. Zwar sind Wäscheleinen, Kletter- und Springseile auch Seile, jedoch wird es für dich echt schwierig werden, damit gut zu arbeiten.

Im professionellen Bondage vergleichen wir unsere Seile gerne mit guten Messern - kannst du dir ungefähr vorstellen, wie lange du brauchen wirst, einen Ast mit einem Skalpell durch zu schneiden? Oder eine Möhre mit einem Samurai Schwert zu schälen? Nein? Ich auch nicht. Für jeden Einsatz gibt es das richtige Messer. Und so ist es auch beim Fesseln: Wir brauchen Seile, die sich schnell bewegen lassen, die leicht biegsam für enge Windungen sind und sich bei Zugbelastungen kaum dehnen können. Unsere Seile müssen glatt und schnell durch die Hände laufen können und sollten sich möglichst nicht zu oft verheddern.

Alleine die Reduzierung des Durchmessers von z.B. 10 mm auf 5 mm kann deine Fesselung anschmiegsamer und die Verbindungen mehrerer Seile miteinander weniger klobig machen. Es werden unangenehme Druckstellen reduziert und die Seile finden einen besseren Halt am Körper. 

Bevor du dich also darüber ärgerst, dass deine Seile nicht richtig halten, das Fesseln so unglaublich lange dauert oder dein Modell sich immer mit Leichtigkeit befreien kann und du keinen Bock mehr auf Fesseln hast - wechsel einfach mal dein Arbeitswerkzeug und schau, was passiert.

 

Fehler Nr. 2: Viel zu lange Seile

Einer der häufigsten Fehler sind neben einem ungeeigneten Material auch eine ungünstige Länge. Zwar sehen 10 Meter Seil schon echt beeindruckend aus, aber dieser gute Eindruck verblasst ziemlich schnell, wenn du während einer einfachen Fesselung dein Seil das hundertste Mal entknoten und vom linken Sofabein entwirren musst.

Im professionellen Bondage sind die Seile eigentlich nie länger als 8 Meter - und wir nehmen sie immer doppelt. Heißt: Niemand fesselt mit mehr als 4 Metern in der Hand - und das hat gute Gründe. Denn:

Je länger dein Seil, desto….

  • mehr Zeit wirst du brauchen, um dein Seilmodell wieder zu entfesseln. Und das kann auf Kosten der Sicherheit gehen.
  • mehr Seil musst du noch verbauen, wenn deine Fesselung längst fertig ist, dein Seil aber noch nicht zu Ende ist. 
  • häufiger musst du nachgreifen, um dein Seil - insbesondere am Anfang einer Fesselung - komplett durchzuziehen.

Gerade günstige Baumwollseile (die werden oft als sog. “Bondageseile” verkauft) sind oft in 10 Meter Länge zugeschnitten. Hier lohnt es sich, das Seil entweder bei 8 oder bei 7 Metern zu durchtrennen. Die übrigen 3 oder 2 Meter können dann z.B. als Mini-Seil für Schnellfixierungen (einfache Handfesselung, Knöchel an Bettpfosten, o.ä.) weiter genutzt werden.

 

Fehler Nr. 3: Die falschen Seilenden

Was vernachlässigbar und unwichtig erscheint kann dir in der Realität unter Umständen das Fesselerlebnis komplett ruinieren: Die falschen Endknoten deiner Seile.

Ein Endknoten, der viel zu dick ist, wird dir den Seilfluss beim Durchziehen nämlich jedes Mal abrupt unterbrechen. Seile ganz ohne Endknoten, wie es oft bei Kunststofffasern oder Baumwollseilen vorkommt, haben hingegen die Tendenz, an den Enden auszufransen. Angesetzte Seilstellen können damit ggf. sogar leichter mal herausrutschen. Auch die Idee mit den verschmolzenen Seilenden bei Kunstfasern ist ungünstig, da die scharfen Plastikkanten die Haut des Modells verletzen könnten.

Ein großes No-Go sind auch jede Form von Metallnieten oder Perlen an den Seilenden. Da wir immer damit rechnen müssen, dass so ein Seilende unserem Modell versehentlich auch mal ins Gesicht schlagen könnte, ist ein harter, sich stark beschleunigender Gegenstand am Seilende äußerst gefährlich. Gerade bei den Fesselanfänger*innen kommt das nicht selten vor.

 

Fehler Nr. 4: Gut durchdacht ist nicht gefesselt

Vielleicht kennst du das auch, dass eine Fesselung so überhaupt gar nicht mehr nach dem aussieht, was sie eigentlich mal werden sollte. Theoretisch war alles total klar und logisch, aber in der Realität kam was vollkommen anderes dabei heraus.

Damit deine ersten Fesselungen am Ende nicht komplett im Chaos versinken, empfehle ich dir, die Anwendungsfesselung immer mindestens einmal vorab zu üben. Quasi Trockenschwimmen. Mit Fokus auf die Funktion, die Technik und eventuelle Sollbruchstellen, wie z.B. wenn dein Seilmodell die Körperhaltung an sich schon unangenehm ist oder die Position der Seillage besser ein Stück höher oder tiefer sein sollte.

In der Trainingssession kannst du deine Fesselung dann testen und ihr den letzten Schliff geben - auch für dein Modell kann das eine vertrauensbildende Maßnahme sein, wenn er*sie schon vorab einmal reinfühlen konnte und ggf. Probleme und Wünsche vorab kommuniziert werden konnten. So bleibt mehr Raum und Zeit für die eigentliche Anwendungssession.

Treu nach der Regel: “Never change a winning team” (Deutsch: Verändere nie ein Gewinnerteam) solltest du für deine Anwendungssession immer zu 80% auf das setzen, was bereits bekannt ist und gut funktioniert. Die restlichen 20% bleiben dann für kreativen Freiraum und das Anwenden von Fesselungen, die zuvor noch nicht in einer echten Spielsession getestet wurden.

 

Fehler Nr. 5: Zu lockere Seile

Das ist ein sehr beliebter Anfängerfehler, der oft entweder nur aus Unwissenheit oder aber aus Vorsicht, Sorge und Höflichkeit gemacht wird - für das Modell aber höchst enttäuschend sein kann. Es gibt eigentlich kaum was unangenehmeres für ein Seilmodell, als rutschende Seile, die sich langsam schleifend über die Haut bewegen. Oder eine Fesselung, die nur aus Respekt gegenüber der/dem Fessler*in mit Willenskraft und Anspannung am Platz bleibt, aber bei der kleinsten Unachtsamkeit einfach so vom Körper fallen würde.

Liebe Fessler*innen, ihr meint es nur gut. Aber bitte fesselt nicht zu locker! Die Seile sollten sich immer von alleine durch Grip an Muskeln und Knochen festhalten können.

Wenn ihr eine Katze oder ein Baby auf dem Arm habt,  es aber viel zu vorsichtig und zu locker festhaltet, dann wird es anfangen zu weinen oder zu kratzen - einfach, weil Katze oder Baby Angst haben, herunterzufallen. Fesselt eure Seilmodelle daher mit klarer Ansage: “Du wirst vom Seil gehalten!”, “Du bist jetzt definitiv gefesselt” und euer Modell wird sich viel eher entspannen können und Vertrauen in die Situation aufbauen.

Und für die, die jetzt denken: “Aber ist das dann nicht viel zu eng?” habe ich einen Tipp: 

Fesselt einmal so, wie ihr denkt, dass es die richtige Enge hat und lasst euch Feedback geben. Danach fesselt ihr so, wie es aus eurer Sicht definitiv viel zu eng ist - und fragt wieder nach. In vielen Fällen sind die Fessler*innen erstaunt, wie unterschiedlich die Einschätzungen sein können. 

 

Fehler Nr. 6: Das Bett ist nur zum Schlafen schön

Das mit dem Fesseln im Bett kann echt seine Tücken haben und ist in der Theorie viel interessanter, als in der Praxis. Ich persönlich hasse es, im Bett jemanden fesseln zu müssen, und das hat folgende Gründe:

  • Betten sind oft instabiler (für Bondage) als sie aussehen. Oder einfach nicht für diese Art der Belastung gedacht. So ein Kopfteil mit Streben kann stabil wirken, lässt sich aber mit einem kraftvollen Zug in die falsche Richtung mal eben komplett aus den Schrauben reißen. 
  • Boxspringbetten vs. Bondage: Es gibt zahlreiche Betten, die weder Rahmen noch Lattenrost aufweisen. Das ist für unsere Zwecke höchst ärgerlich und ich vermute dabei nichts Geringeres als eine christlich-keusche Verschwörung der Bettenhersteller gegen uns Fessler*innen, die wir doch einfach nur ein einfaches Brett für unsere Seilfixierungen suchen. 
  • Meine Knie sinken in der Matratze ein und genau das nervt nach 'ner Weile und führt zudem zu einer….
  • ...unmöglichen Körperhaltung. Durch den weichen Untergrund kann ich wenig Kraft aufbringen und bin weniger beweglich. Heißt: Meine Körperhaltung beim Fesseln lässt wirklich zu wünschen übrig und ich wirke weder dominant noch selbstbewusst. 
  • Mein Seil bleibt dauernd an Kissen, Beinchen und Decken hängen. Nachttische werden auch mal aus Versehen mit dem Seilende komplett abgeräumt.

Du siehst, ich bin kein Freund von Seilen im Bett - das fühlt sich einfach so an, als ob man ein 5 Sterne Menü vom Pappteller isst: möglich, aber stillos.

Ich empfehle dir wahlweise den Flauscheteppich, eine weiche Unterlagen für den Boden, große Kissen, Tatamimatten - oder das Bett vorher wenigstens von Kissen und Decken zu befreien. 

 

Fehler Nr. 7: Perfekte Deko - Null Effekt

Den meisten Anfänger*innen am Seil schwebt als Idealbild einer perfekten Fesselung meist eine Konstruktion mit unendlich vielen, parallel, symmetrisch oder im rechten Winkel angeordneten Knoten und Webungen vor. Das ist auch tatsächlich selbst für Profis recht herausfordernd - jedoch gibt es mehrere Gründe, warum du diese “Tüddeleien” besser sein lassen solltest. Einer davon ist der, dass du mit hübschen Deko-Elementen bei deinem Modell nie mehr als ein “Ach, hübsch!” gewinnen kannst.

Möchtest du eine Fesselsession mit Tiefgang, Intensität und emotionaler Verbindung erleben oder auch einfach nur eine Session, die beiden noch lange in positiver Erinnerung bleibt, dann solltest du die Finger von überdekorierten Fesselungen lassen. Konzentriere dich lieber zuerst auf den wesentlichen Aspekt. Und das ist: die Fesselung und die Sicherheit. Danach kommt Seilführung, das Erzeugen von Emotionen, die technische Richtigkeit im Aufbau der Fesselung und ganz, ganz ganz zum Schluss auch mal die Ästhetik.

Ich kann dich aber verstehen: diese krass symmetrisch-akkuraten Fesselungen sehen sehr eindrucksvoll aus und den meisten Menschen gibt dieser Anblick dann erst das Gefühl von: “Ich kann fesseln”. Für dein Modell stellt sich das nur leider ganz anders dar. Wenn du nicht gerade Party-Outfits aus Seilen oder Fesselungen für Fotoshootings baust, kannst du sämtliche Extra-Deko-Elemente am Anfang getrost weglassen. Sie verändern das Gefühl deines Modells nur unwesentlich und lenken deinen Fokus eher ab, bzw. laden dazu ein, dass du dich verhedderst und daran aufreibst.

Daher mein heißer Tipp für dich: Fessel lieber die billigste und einfachste Fesselung der Welt - aber tue dies mit Intention, mit Kraft (aus dir heraus, genannt: Ki Energie), mit Liebe, mit Hingabe, mit richtigem Timing, der richtigen Haltung! - und dein Modell wird zerfließen, sabbern und zucken. 

 

Fehler Nr. 8: Wer will eigentlich was?

Du kennst es vielleicht aus dem Alltag, dass wir manchmal aneinander vorbei reden. Und genau das passiert vielen Anfänger*innen auch beim Fesseln. Wenn eine Person zu mir sagt: “Ich möchte gerne gefesselt werden!” dann kann das zum Teil gravierend von dem abweichen, was du glaubst, verstanden zu haben. Einige Bedeutungsmöglichkeiten dieser Aussage könnten sein:

  • Ich mag einfach nur das Gefühl von Seilen auf der Haut.
  • Ich möchte 100% bewegungslos sein und mich total ausgeliefert fühlen.
  • Ich möchte mich DIR ausgeliefert fühlen.
  • Ich möchte Sex und BDSM mit dir (machen).
  • Ich möchte so ein tolles Foto für Instagam, wo ich kopfüber in den Seilen hänge.
  • Ich möchte meinen Freunden erzählen können, wie cool ich bin (brauche Seilabdrücke, Beweisbilder und 'ne krasse Story).
  • Ich möchte eine besondere Art der Tiefe, Verbundenheit und Intensität zu dir spüren.
  • Ich möchte meinen eigenen Körper und seine Grenzen erfahren.
  • Ich möchte durch eine Fesselung herausgefordert werden und gegen die Seile ankämpfen dürfen.
  • Ich möchte, dass jemand mich berührt und liebevoll umarmt (bitte keine engen oder einschneidenden Seile!).
  • Ich möchte dass du mir weh tust - ich will Endorphine und Trance.
  • Ich will so eine nette Deko als Outfit für den Club.
  • Ich will meditativ von der Decke hängen - nur von Seilen getragen.
  • Ich stelle mir vor, dass du einfach nur meine Hände so ganz leicht fesselst.
  • usw…

Das waren nur einige wenige Möglichkeiten, was es bedeuten kann, gefesselt werden zu wollen. Genauso sieht es auf Seiten der Fessler*innen aber auch aus: Auch diese haben ganz unterschiedliche Herangehensweisen, Wünsche und Ziele. Das kann von “Ich will meiner/m Partner*in einen Gefallen tun” bis hin zu krassem Sadismus oder einfach nur wahrer Leidenschaft für japanisches Bondage reichen (manche lieben es auch einfach nur, die Fesselungen zu bauen, ähnl. Häkeln/Stricken). Und genau daher ist es so wichtig, dass wir uns darüber zu Beginn schon klar werden: WER WILL EIGENTLICH WAS?

Ansonsten bekommen wir es als Anfänger*innen problemlos hin, aneinander vorbei zu fesseln - mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Wünschen, die ohne einen gegenseitigen Austausch dann oft enttäuscht werden und zu Misstrauen, Langeweile, Unfällen oder dem Gefühl, nicht verstanden zu werden, führen können.

Daher kann ich dir nur ans Herz legen: Mach dir eine genaue Vorstellung davon, was du gut finden und wohin es dich ziehen könnte. Was willst du wirklich vom Fesseln/gefesselt werden? Welche Szene hast du im Kopf? Was ist das Gefühl, das du erleben/erzeugen willst? Bondage ist nicht gleich Bondage.

 

Fehler Nr. 9: Autschn!

Sehr häufig ruinieren sich Anfänger*innen am Seil das Vertrauen ihrer Modelle, weil sie ein paar Dinge noch nicht gelernt haben und dann ihrem Modell versehentlich weh tun oder sehr unangenehme Situationen erzeugen. Das kann z.B. bei folgenden Aktivitäten leicht passieren:

  • mit dem Seil beim Durchziehen die Haut verbrennen (Seile werden bei Bewegungen sehr heiß und können starke Brandspuren hinterlassen)
  • bei einer Fingerhäkelbewegung, wie wir sie beim Fesseln oft machen müssen, die Haut mit dem Finger einklemmen
  • die Haut zwischen zwei Seilen einklemmen
  • das Seil einfach über den Kopf des Modells heben (das finden fast alle Menschen unangenehm) oder die Seile zu nah um und an den Hals legen
  • mit zu langen Fingernägeln fesseln
  • den Ellenbogen beim Fesseln in Richtung des Gesichts des Modells schieben (wirkt anti-entspannend)
  • die Seilenden beim Durchziehen dem Modell ins Gesicht schlagen
  • etc….

Es ist mega wichtig, dass du von Anfang an achtsam fesselst. Viele - insbesondere Männer - haben das Bedürfnis, mangelnde Erfahrung oder noch fehlende Sachkenntnis mit einem ruppigen und schnellen Fesselstil wett machen zu wollen. Oft werden hier Dominanz und Selbstbewusstsein mit Ruppigkeit und Schnelligkeit verwechselt. 

Aber weder funktioniert das (wirkt so gar nicht dominant), noch kommt das gut an. Ich empfehle dir daher, immer darauf zu achten, mit deinem Modell sehr sorgsam, achtsam und schützend umzugehen. 

Das Vertrauen unseres Modells ist beim professionellen Fesseln unsere absolute Basis, die Grundbedingung, ohne die wir nicht arbeiten können.

 

Fehler Nr. 10: Keinen Plan B

Ich kann dir gar nicht sagen, wie wichtig es ist, beim Fesseln immer einen Plan B in der Tasche zu haben. Es gibt im Profi- wie im Amateur Bondage die Regel, dass eine Fesselsession am Ende nie so sein wird, wie du es geplant hast. Weder wird eine Fesselung genauso aussehen, wie die davor (auch wenn du jedes mal exakt dasselbe fesselst), noch wird dein Modell in derselben Stimmung sein. Zudem lassen sich Emotionen, Dynamiken und Energien einer Session nur schwerlich vorausplanen.

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum du immer einen Plan B im Hinterkopf haben solltest. Gerade am Anfang ist es so, dass das Fesseln noch nicht so rund und leicht von der Hand geht, wie es später sein wird. Fesselungen, bei denen du nach ein paar Praxisjahren komplett den Kopf abschalten kannst, kosten dich am Anfang noch sehr viel Überlegung und Konzentration. Das kann einer erotischen Stimmung, wie sie zuweilen auftreten könnte, entgegen stehen. Daher empfehle ich dir als heißen Tipp: Hab am Anfang einfach auch immer noch Handschellen, Schals, Gaffa Tape oder Judogürtel bei den Seilen liegen. Das geht schnell und führt unkompliziert und verlässlich immer zum Ziel. Es gibt dir Ruhe und sorgt schlagartig für eine Abwechslung - gerade wenn mal was mit den Seilen nicht so funktioniert hat, wie geplant.

Und bitte hab etwas Geduld mit dir! Das Fesseln ist für unser Gehirn sehr fordernd und alles andere als eine leichte Übung. Wenn du dann auch noch mit körperlicher Erregung, deiner/m Partner*in und Stress nach einem langen Arbeitstag umgehen sollst, ist es nur allzu verständlich, wenn dann nicht immer alles so klappt, wie erhofft. Dann lieber einfach “Klick” und “Rrrtsch” mit den Handschellen und der Abend ist gerettet.

Das Fesseln wird oft unterschätzt - auch wenn die Abläufe und Konstruktionen an sich logisch gut verständlich sind, braucht es einige Zeit, bis du sie auch im Muskelgedächtnis hast und mal eben ganz selbstverständlich vom Gehirn abrufen kannst. Das dann in Kombination mit Emotionen und Aufregung ist eine komplexe Gehirnfunktion, die einfach Übung und Zeit braucht. Daher ist es sehr sinnvoll, mehrere Fesselmaterialien rechtzeitig zur Hand zu haben oder einfach jederzeit auf eine einfachere, bekannte und oft geübte Fesselung als Plan B umzusteigen. 

Drucken